Dem Einem oder Anderem ist schon mal ein Mißgeschick passiert, wo sogar eine andere Person in Mitleidenschaft gezogen wurde. Man bittet natürlich um Verzeihung und erhofft sich ein freundschaftliches Entgegenkommen, aber was, wenn der Andere verzeiht, aber nichts mehr mit einem zu tun haben will? Gilt das als Vergebung oder nicht? Was sollte man dann tun?
Jemanden verzeihen heißt, auf Rache zu verzichten. Es heißt nicht, das man mit der Person, der man vergibt, in Freundschaft leben muss. Das wird oft verwechselt, gerade vom Sünder selbst.
Der Verziehene darf sich glücklich schätzen, wenn er nicht für seine schädigende Dummheit eine ebenso harte Retourkutsche bekommt - Freundschaft und Vertrauen haben gelitten und benötigen oft ein wenig Pause.
Gerade wenn eine guter Freund auf einmal nichts mehr mit einem zu tun haben will, weil man etwas getan hat, was nicht in Ordnung war, dann tut es besonders weh. Statt einer lautstarken Ansage mit evt. Heimzahlen - NICHTS...
Das Ego leidet, wenn man sich entschuldigt hat, aber die reichende Hand dazu verwehrt wird. Zu akzeptieren, dass man einen kravierenden Fehler gemacht hat, dessen Konsequenz der Verlust eines wichtigen Menschen ist, mag hart sein, aber auch alarmierend. Sehr viele oberflächliche Menschen sind sich gar nicht bewußt, wie Sie Andere durch ihr Verhalten in die Enge drängen oder sogar schädigen. Emotionale Feinfühligkeit ist eine Gabe, die genau solche Fehler vermeidet, weil man immer vorrausdenkt und Risiken (nicht nur die eigenen) abwägt.
Sehr viele Menschen besitzen diese emotionale Feinfühligkeit nicht oder haben sie nur begrenzt und ich schreibe bewußt "sehr viele". Natürlich passieren jeden von uns mal Fehler, so das ein Anderer darunter leiden muss, meist ist nach der Entschuldigung auch alles wieder in Ordnung. Man lernt aus Fehlern und vermeidet sie das nächste Mal. Doch Einige schaffen das nie und treten regelmäßig Menschen auf die Füsse. Der feine Unterschied zwischen absichtlicher und unabsichtlicher (naiver) Schuld ist so gering, dass es gar keine Rolle mehr für den Geschädigten spielt: passiert ist es trotzdem.
Ich denke, eine Entschuldigung nach dem selbst verursachten Desaster ist schon ganz gut und dann bleibt einem nichts anderes übrig, als dem Anderen die nötige Zeit und Entscheidung zu überlassen: die Entschuldigung anzunehmen oder abzuschlagen, weiterhin in Freundschaft zu leben oder aber sich zurück zu ziehen. Selbst übt man sich in Geduld und in der Erkenntnis niemals Kontrolle über jemanden Anderes zu haben, schon gar nicht Einfluss auf seinem Willen.
Und für das nächste Mal wird einem der Fehler nicht mehr passieren, denn wenn es seelisch weh tut, dann prägt es sich ein.
Ich Denke, also bin ich! Mir geht viel im Kopf herum und, typisch Frau, fange ich an zu analysieren. Dabei entstehen ganz eigene Gedankengänge, meist sarkastisch angehaucht und mit etwas Ironie vervollständigt. Meine Welt ist anders als Deine, aber ab und zu trifft man sich auf einer Ebene und hier beginnt unsere Reise in "susannalyse" - vom Sinn und Unsinn im Leben.
Susann Nicklaus
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